Welcome to the Harbour – Container Days 2018

Container Days 2018

 

Zum dritten Mal waren Firmen, Techniker, Experten und ich nach Hamburg eingeladen zu den Container Days, die von Loodse ausgerichtet werden. Drei Tage (18.-20. Juni) wurde intensiv über Cloudtechnologie, Kubernetes, Docker, Istio, Container, Storage, Sicherheit, … und immer wieder Kubernetes gefachsimpelt. Ich war zu diesem Zeitpunkt erst seit einigen Wochen in dieser Fachrichtung unterwegs und verstand… nichts oder so gut wie nichts. Meine Kollegen hatten sich im Vorfeld alle Mühe gegeben, mir die Grundbegriffe zu vermitteln, aber das Niveau der Vorträge ging sogar in den Einsteiger-Talks weit über reine Grundbegriffe hinaus.

Viele Teilnehmer waren schon zu den Workshops am Montag angereist, aber ich kam erst zur eigentlichen Konferenz. Begrüßt wurde das Auditorium von Ursula Richenberger, der Leiterin des Hafenmuseums (s.u.). Sie sprach über die Einflüsse von Containern auf die Globalisierung in der Schifffahrt, aber das scheint in der virtuellen Welt analog zu funktionieren. Auch den Lightning-Talks von Craig McLuckie und Ihor Dvoretskyi über die Entwicklung von Kubernetes und der Cloud Native Computing Foundation konnte ich noch gut folgen. Dass Im Cloudumfeld dem Gedanke von Open Source eine so wichtige Rolle beigemessen wird, hat mich sehr begeistert. In vielen anderen Bereichen wird noch um diese Selbstverständlichkeit gerungen.

Danach ging es richtig los. Ich versuchte noch eine Weile, tapfer mitzuschreiben, aber vergeblich. Nur einzelne Begriffe konnte ich erfassen: High Performance Computing, Multiple Nodes, Artificial Intelligence, SciOps, Containerized Workloads, Globalization, Middleware, War Rooms, Forking, Cluster APIs, Docker, Ceph, Rook, Kubernetes, Openshift… Es war großartig. Mir wurde von meinen mich begleitenden Kollegen bestätigt, dass die Vorträge inhaltlich gut, spannend und innovativ waren. Die Resonanz war auch sehr gut und die Diskussionen im Anschluss oft angeregt. Meine Kollegen erklärten mir zwischendurch sehr viel und hielten auch selbst Vorträge, sodass ich nach den zwei Tagen trotz allem das Gefühl hatte, unglaublich viel gelernt zu haben. Kim-Norman Sahm hat seine Eindrücke von den Container Days formuliert (siehe Kasten). Alexander Trost hat sogar einen Blogbeitrag geschrieben.

Passend zu den Talks über Container war auch die Location: Wir waren umgeben von Containern und Schiffszubehör im Hamburger Hafenmuseum. So stand die Hauptbühne zwischen Fässern und Tauen in einer der alten Lagerhallen. Eine zweite war sogar in einem entkernten Schiff untergebracht. Die großartige Fressmeile war auf der Hafenmole aufgebaut, sodass man umgeben von Möwen und Schiffsmasten verschiedene internationale Leckereien genießen konnte. Optisch am herausstechendsten war der Londoner Doppeldecker, aus dem heraus Burger und Beef verkauft wurde, auf dessen Oberdeck dann auch gegessen werden konnte.

Ein kleines Highlight der Veranstaltung war die Hafenrundfahrt, zu der Loodse die Teilnehmer am Abend einlud. Nicht nur der Veranstalter selbst bedient sich einer ozeanischen oder nautischen Iconographie, weshalb diese Fahrt durch den größten Hafen Deutschlands die Container Days auf wunderbare Weise abrundete. In diesem Zusammenhang wurde erläutert, wie die großen Transportschiffe mit teilweise über 6000 Containern an Bord gelöscht werden oder auch beladen werden. Damit die Schiffe überhaupt anlegen können, werden die riesigen Ladekräne hochgeklappt, die dann ihren Orchestrierungstanz beginnen.

Insgesamt waren die Container Days eine spannende, gelungene Veranstaltung mit großartigen Vorträgen, toller Ausstellung, super Versorgung, Organisation und Freibier. Vielen Danke an Loodse.   

Kim hat die Container Days so erlebt:

Auch in diesem Jahr kamen auf den ContainerDays in Hamburg wieder alle zusammen, die im Container- und CloudNative-Umfeld Rang und Namen haben. Die deutsche Community bleibt aber weiterhin übersichtlich; auf allen Veranstaltungen sieht man die selben Gesichter.

Die Themenauswahl war vielfältig, Dev und Ops geben sich die Klinke in die Hand. In den typischen Operation-Talks haben wir wieder einmal festgestellt, dass alle dieselben Probleme haben. Generell gilt: die coolen Features kommen immer im nächsten Release.

Der Anteil an CI/CD war diesmal (gefühlt) mehr, als bei der letzten Veranstaltung. Wer Jenkins suchte, der wurde enttäuscht. Die Zeiten, in denen Jenkins als die einzig wahre CI-Lösung galt, sind inzwischen vorbei. Viele User, die bereits Gitlab im Einsatz haben, setzen je nach Einsatz-Szenario mehr oder weniger erfolgreich auf die bereits integrierte CI-Lösung. Dies spart den Einsatz einer weiteren Technologie, ist aber kein 100-prozentiger Ersatz für Urgesteine wie Jenkins. Neben GitlabCI hat sich DroneCI ebenfalls erfolgreich auf dem Pipeline-Markt behaupten können. Die Gespräche mit anderen Konferenzteilnehmern haben ergeben, dass DroneCI neben GitlabCI zu den beliebteren CI-Tools zählen. Dies trifft allerdings in erster Linie auf Ops zu, im Dev-Umfeld ist Jenkins bis heute gesetzt.

Das allseits geliebte und gleichzeitig gehasste Thema Security kam mit lediglich ~16% der Talks wie immer zu kurz. Vor allem in diesem Bereich wünscht man sich mehr Beiträge, mehr Workshops, mehr Diskussionen. Security-Themen sind Bestandteil jedes (Kubernetes-)Projektes. Dabei interessieren uns Security-Lösungen auf Kubernetes, wie z.B. PodSecurity oder Istio, aber auch Themen wie die Kombination aus Kubernetes und SELinux.

Cloudibility war selbstverständlich mit Speakern vertreten. Karsten Samaschke zeigte in seinem Talk mal wieder, dass Agile IT und DevOps keine reinen Technik-Topics sind. Die beste Technologie scheitert an Kombination mit den falschen Prozessen. Unternehmen, die die Einführung von DevOps anvisieren, sollten sich im Vorfeld auf einen Mindchange einstellen.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch einen Cloudibility Storage-Talk. Alexander Trost und ich gaben einen Überblick über eines der neuesten Mitglieder der CNCF-Familie: Rook. Mittels Rook lassen sich Software-defined Storage-Lösungen wie z.B. Ceph auf einfache Weise auf Kubernetes aufsetzen und verwalten.

Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung, die nächstes Jahr auf jeden Fall wieder im Kalender markiert wird.

 

 

Friederike Zelke

Head of Publishing and Public Relation, Cloudibility UG