Ca. 1.000 Kryptowährungen sind bereits tot

Infografik. 2017 sprossen Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden. Als 2018 aber die Kryptomärkte einbrachen, wurden viele Coins aufgegeben. Jeder fünfte davon war Betrug.

Die Blockchainszene spricht von einem klirrenden Kryptowinter. Die seit Januar 2018 fallenden Kurse hatten Hunderte Kryptowährungen dahingerafft. Nun, im Januar 2019, summiert sich ihre Zahl auf rund 1.000 Blockchain-Projekte, die seither gescheitert sind oder aufgegeben wurden. Angesichts von rund 2.100 Kryptowährungen, die Coinmarketcap derzeit noch als lebendig einstuft, sind 1.000 eine Menge.

Während die großen Währungen wie Bitcoin und Ethereum rund 80 bis 90 Prozent ihres Werts seit dem Höhepunkt Ende 2017 verloren haben, sind viele alternative Coins, die in der Euphorie 2017 gestartet wurden, nach einer Zählung von Deadcoins.com mittlerweile klinisch tot. Das heißt, sie existieren noch, aber in geringem Maße.

Schon tot: Vodkacoin und Jesus-Coins

Knapp 73 Prozent dieser 1.000 Coins wurden demnach von Börsen ausgelistet, weisen kein Handelsvolumen oder Nodes mehr auf oder wurden von ihren Entwicklern wegen finanziellem Misserfolg schlicht aufgegeben. Knapp 20 Prozent der toten Coins haben sich im Nachhinein als Betrug herausgestellt. Gut ein Prozent starb wegen eines Hackerangriffs den Kryptotod. Daneben gibt es eine ganze Reihe an Projekten, die kaum mehr als ein Witz waren. Vodkacoin, Projekte wie der Theresa May und der SilvioBerlusCoin, der Useless Ethereum und der AssToken, sowie der Boringcoin, der Crapcoin und mehrere Jesus-Coins wurden nur zu dem Zweck geschaffen, um sich über die Gier am Kryptomarkt lustig zu machen. Sie machen gut sechs Prozent der bisher aufgegebenen Währungen aus. Scheinbar war nicht jeder Witz ein Kracher. Dabei gibt es mit Dogecoin eine Parodiewährung, die überaus erfolgreich ist.

Woran sterben die Kryptocoins?Anteil der Ursachen für das Sterben der Kryptocoins in ProzentAufgegebenHackBetrugParodieDeadcoins.com

Die Lust der Kleinanleger, in allerlei seltsame Kryptoprojekte zu investieren, ging sogar so weit, dass selbst die sonst eher humorbefreite US-Börsenaufsicht SEC einen Parodie-Coin startete: den HoweyCoin. Bis heute wirbt die Website mit Champagner- und Karibikstrandfotos für ein Investment in den Token, der die Tourismus-Branche verändern soll. Wer jedoch auf den „Kaufen“-Button klickt, wird auf eine Seite der SEC weitergeleitet und bekommt dort in Sachen Investorenbetrug die Leviten gelesen.

Auch mit Savedroids Token handelt kaum jemand

Dabei gab es so einige spektakuläre Kryptopleiten, die Investoren hätten abschrecken sollen. Einer der bekanntesten Coins, die auch in der Statistik der gescheiterten Token auftaucht, ist Bitconnect. Täglich ein Prozent Rendite versprach das Projekt, erwirtschaften sollte das Kapital ein Trading-Bot. Dass solche Gewinne nur aus den Investments neuer Kunden zu stemmen sind, warnten Experten bereits sehr früh. Die US-Aufsicht zerschlug Bitconnect vor einem Jahr. Dabei rutschte der Kurs von über 400 auf weniger als einen Euro. Mittlerweile ist der Betrüger-Token von allen zentralen Börsen ausgelistet und dümpelt in der Bedeutungslosigkeit.

Aber auch in Deutschland gibt es mit dem Savedroid-Token und SwisscoinKryptowährungen, deren tägliche Handelsvolumen laut Coinmarketcap nahe Null rangieren. Andere wie das ebenfalls deutsche Lisk mussten 2018 zwar erhebliche Kursrückgänge verzeichnen, weisen jedoch noch immer tägliche Handelsvoluminaim Millionen-Bereich auf.

Quelle Gründerszende

Bild: Thought Catalog on Unsplash

 

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